At first glance, the detailed works by Rinus van de Velde (*1983 in Leuven) seem to be autobiographical. His large-format coal drawings are based on photographs he has taken himself, in most cases feature the artist, and they appear to document occurrences in his own life that are in part mundane, in part absurd. At the same time, the striking works are always imbued with a certain melancholy. Yet the long, descriptive subtitles of the enormous narrative drawings expose the meticulously recorded and drawn situations as experiences had by fictional characters: we see alter egos, often historical figures, in whose lives Rinus van de Velde slips for the stagings that he elaborately recreates in his studio-in the final analysis, what they stand for are thoroughly romantic attempts by the Belgian artist to create a fictional biography-a content, substitute world-by means of these illusions.
Die detailreichen Arbeiten von Rinus van de Velde (*1983 in Leuven) wirken auf den ersten Blick autobiografisch. Seine großformatigen Kohlezeichnungen beruhen auf eigenen Fotografien, zeigen in den meisten Fällen den Künstler selbst und scheinen eigene Erlebnisse zu dokumentieren, die teils alltäglich, teils absurd sind. Stets ist den bestechenden Werken dabei eine gewisse Melancholie zueigen. Doch die langen, deskriptiven Untertitel der narrativen Riesenzeichnungen enttarnen die akribisch auf- und abgezeichneten Situationen als die Erlebnisse von Kunstfiguren: Wir sehen Alter Egos, oft historische Figuren, in deren Leben Rinus van de Velde für seine aufwendig im Studio nachgebauten Inszenierungen schlüpft - letztlich stehen sie für durchaus romantisch zu verstehende Versuche des belgischen Zeichners, sich mit diesen Trugbildern eine fiktionale Biografie, ein erfülltes Ersatzleben zu schaffen.