Der liberalen Demokratie wird eine paradoxe Grundlegung nachgesagt: Sie versuche, zwei widerstreitende Ideale - Freiheit und Gleichheit - zugleich zu verwirklichen. Deren Unvereinbarkeit sei der tiefere Grund für die gegenwärtig in westlichen Staaten beobachtbaren Auslösungserscheinungen von Liberalismus und Demokratie. Dabei besitzen Freiheit und Gleichheit nach wie vor Strahlkraft. Überall auf der Welt wehren sich Menschen gegen Bevormundung und Unterdrückung, gegen Benachteiligung und Ausbeutung. Heribert Nix erinnert in seinem politisch-philosophischem Essay an ein demokratisches Denken, das Selbstbestimmung und Gerechtigkeit zusammendenkt. Er unterzieht es einer Selbstreflexion, verteidigt es gegen Kritik und entwirft so eine Perspektive für die Zukunft liberal-demokratischer Gesellschaften.