1921 erschien im Kurt-Wolff-Verlag München Ernst Blochs Thomas Münzer als Theologe der Revolution. Bloch nannte dieses Werk eine "Coda" zu seinem Geist der Utopie. Bereits im Geist der Utopie - geschrieben im Ersten Weltkrieg 1915-1917 - verknüpft er, und das wird bleiben, die beiden Sphären Marxismus und Religion: "Karl Marx, der Tod und die Apokalypse", so der Titel des Schlusskapitels. In dem Theologen Thomas Münzer findet Bloch einen Menschen, der, weit vor Marx, Ziele verfolgt, die den Menschen ein gutes irdisches Leben ermöglichen sollen, weswegen sich an den Herrschaftsstrukturen, die kirchlich geprägt sind, etwas ändern muss. Gleichzeitig mit der reformatorischen Bewegung entsteht eine wissenschaftlich-künstlerisch-ökonomische Bewegung, die Renaissance, die Bloch eine "Zeitwende" nennt. Die Renaissance ist nicht nur eine Wiedergeburt der Antike, ihre Vertreter und Vertreterinnen legen ein Fundament, auf dem Neues aufgebaut wird.
Die Vorträge der Tagung gehen auf diese beiden, noch heute viel beachteten Bewegungen der Reformation und der Renaissance ein, setzen Akzente und zeigen Parallelen auf.